Eine Natursportart stellt sich vor

Seit 1997 gibt es beim TUS Ruppürr die Gruppe der Orientierungsläufer, und häufig wird gefragt: Was ist eigentlich Orientierungslauf?

Orientierungslauf, kurz OL genannt, ist eine anspruchsvolle Laufsportart skandinavischen Ursprungs, die vorwiegend im Wald ausgetragen wird. Die Aufgabe beim Orientierungslauf besteht darin, mit Hilfe von Karte und Kompass im Gelände vorgegebene Kontrollposten der Reihe nach anzulaufen. Der Weg zwischen den Posten ist dabei nicht vorgeschrieben, der Läufer sucht sich selbst anhand der Karte den besten Weg zum nächsten Posten, und nicht immer ist der kürzeste Weg der schnellste. Beim Orientierungslauf muss man sowohl geistige als auch körperliche Leistungen vollbringen. Das selbständige Planen und Finden von Routen, das Erfolgserlebnis beim Anlaufen eines Postens und das Erleben der Natur fernab von den Zuschauern machen die Faszination dieser Sportart aus.

Das wichtigste Sportgerät beim Orientierungslauf ist die Karte. Für Wettkämpfe werden spezielle, fünffarbige Karten im Maßstab 1:5 000 bis 1:15 000 erstellt. Sie enthalten alle wichtigen Informationen aus dem Gelände, die beim OL hilfreich sind, zum Beispiel verschiedene Arten von Wegen, Unterschiede in der Vegetation, einzelne Objekte wie große Steine, Brunnen, Löcher, Wurzelteller und ein sehr genaues Höhenbild. Für „einfache" Orientierungsläufe eignen sich jedoch schon Stadtpläne oder Wanderkarten.

Unentbehrlicher Begleiter beim Orientierungslauf ist neben der Karte der Kompass. Er wird immer dann benötigt, wenn es im Gelände und auf der Karte an markanten Orientierungshilfen fehlt. Ob Karte lesen oder mit dem Kompass die Richtung bestimmen, alles muss beim schnellen Laufen durchs Gelände erfolgen.

Normalerweise hat die OL-Strecke je nach Alter und Geschlecht eine Länge von 2 bis 16 km. Die Kontrollposten sind auf der Karte mit roten Kreisen eingezeichnet und geradlinig miteinander verbunden, im Gelände sind sie mit rot-weißen Postenschirmen markiert. An jedem Posten ist eine Lochzange angebracht, mit der der Läufer auf einer mitgeführten Kontrollkarte den angelaufenen Posten markiert. Mittlerweile werden bei allen größeren Wettkämpfen elektronische Nachweissysteme eingesetzt. Der Start erfolgt beim OL in gleichmäßigen Zeitabständen. Die Karte erhält der Läufer im Startaugenblick. Gewonnen hat derjenige, der alle Posten in der schnellsten Zeit korrekt angelaufen hat.

Diese Beschreibung trifft allgemein auf alle Formen des Orientierungslaufs zu. Die verschiedenen OL-Formen unterscheiden sich in der Länge der Strecken in Sprint- (ca. 15 min Laufzeit), Mittel-, Lang- und Ultralangstrecken-OL (bis zu 120 min Laufzeit), Einzel-, Staffel- oder Mannschafts-OL, Tag- oder Nacht-OL.

Orientierungslauf ist in Deutschland im Deutschen Turnerbund bzw. seinen Landes-Turnverbänden organisiert. Leider ist die Zahl der Vereine, die OL in ihrem Programm haben, nur klein; in Deutschland gibt es etwa 5.000 bis 10.000 Orientierungsläufer. Trotzdem werden über das ganze Jahr verteilt viele OL-Wettkämpfe auf Landes- und auf Bundesebene angeboten. In Baden kommen dabei in der Regel etwa 50 bis 200 Teilnehmer zusammen, bei Bundesranglistenläufen und deutschen Meisterschaften bis zu 1000. Typisch ist immer, dass bei ein und demselben Wettkampf junge (sobald man eine Karte lesen kann) und alte (solange einen die Beine tragen können) Orientierungsläufer, Freizeit- und Leistungssportler in ihren jeweiligen Kategorien gemeinsam an den Start gehen.

Aktuelle Informationen zum Orientierungslauf erhält man am einfachsten aus dem Internet:
·Deutsche OL-Homepage
·OL im Badischen Turnerbund