Fähre künftig ohne Autos?

Betrieb in Plittersdorf wird im nächsten Jahr aufgenommen

    Rastatt-Plittersdorf/Seltz (ar). Wird die Fähre zwischen Plittersdorf und Seltz künftig nur noch für Fußgänger und Radfahrer be­nutzbar sein, und verliert die Pamina-Region beiderseits des Rheins ein touristisches Ziel? - Fragen, auf die im Moment noch niemand eine Antwort weiß, nachdem der nostalgische Rheinübergang Ende August von einem Schiff gerammt und schwer beschädigt worden war. Im Moment ist nur eines sicher: Die Schäden sind wesentlich größer als erwartet und der Fährbetrieb wird frühestens zum Jahresende, eher aber erst im kommenden Jahr wieder auf­genommen werden können. Mit einer in Auf­trag gegebenen Studie will der Generalrat des Bas-Rhin die Sicherheitsproblematik zunächst einmal auf den Prüfstand stellen.

    Die Drahtseilfähre zwischen Plittersdorf und Seltz, die vor fast 50 Jahren das erste Mal in Betrieb genommen wurde und ohne Motor arbeitet, ist die letzte Fähre dieser Art auf dem Rhein. Verankert ist sie auf französischer Seite an einer Schiffsbrücke und allein durch die Kraft des fließenden Wassers wird sie an einem Hochseil hängend an die andere Rheinseite be­wegt. Sie ist eine der kleinsten Fähren, die den Rhein

überqueren, denn aufgenommen werden können maximal acht Fahrzeuge. Dennoch ist die Plittersdorfer Fähre bei Radfahrern und Touristen beliebt, die eine Fahrt über den Rhein an dieser Stelle mit dem Pamina-Radweg verbinden. Im vergangenen Jahr zählte das Rheinschifffahrtsamt der Service de la Na­vigation in Straßburg 120 000 Passagiere und rund l 000 Autos.

    In der Nacht von 26. auf 27. August hatte um vier Uhr morgens ein Rheinschiff auf seinem Weg von Straßburg nach Koblenz mit dem hin­teren Schiffsteil die auf französischer Seite lie­gende Fähre gerammt. Wie der verantwortli­che Verkehrsingenieur des unterelsässischen Generalrates, Frank Sigrist, im BNN-Gespräch erklärte, seien von sechs Ankerketten insgesamt vier abgerissen worden. Die kom­plette Befestigung am Boden unterhalb der Fähre sei zerstört, selbst die Stahlkonstruktion der Befestigungsbrücke sei infolge des Schla­ges verbogen und das Seil müsste neu festgezo­gen werden. "Der verursachte Schaden wird auf rund 150 000 Euro geschätzt", so Sigrist.



BNN, Freitag, 30. September 2005