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Die Gruppe der Montagsturner besteht aus ca. 40 Männern, die zum Teil den mehr leistungsorientierten Abteilungen des Vereins entstammen, dort aber nicht mehr so in die Pflicht genommen werden wollen. Uns allen ist es wichtig, unter fachkundiger Anleitung eines Übungsleiters etwas körperliche Bewegung machen zu können, um uns für den Alltag fit zu halten. Gymnastik und Spiele helfen dabei. "Turnen" ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen, aber im weitesten Sinne trifft es schon zu. Das Prinzip der Leistung existiert bei unserer Gruppe nicht, jeder tut, was er kann. Und jeder kommt zum Übungsabend, wenn es ihm danach ist. Meistens sind 20 bis 25 "Turner" beieinander. Dass jeder sein Ziel selbst setzt, erkennt man an der Altersstruktur: unser Jüngster ist Jahrgang 1943, unser Ältester Jahrgang 1911! "Montags"-Turner? Nun, mindestens seit Manfred Biersch unser Übungsleiter war, treffen wir uns jeden Montagabend in der Halle der Albschule. Und das waren im April 2000 schon 25 Jahre! Hervorgegangen sind die "Montagsturner" aus den "Jedermannsturnern", die im Rahmen des "Goldenen Plans" des Deutschen Sportbundes als Gymnastikabteilung für Männer im Jahre 1963 ( Aber auch Geselligkeit kommt bei uns nicht zu kurz. Nicht nur die Radtour im April und die Herbstwanderung, zu der auch unsere Damen eingeladen werden, sind wichtige Termine. Abgesehen vom Stammtisch nach den Übungsstunden treffen wir uns im Spätherbst zum "Herrenessen", einer deftigen Mahlzeit mit Sauerkraut, Schweinernem und Bauernbrot. Zum Jahresbeginn als Ausklang der Feiertage machen wir am Vorabend des Drei-Königs-Tages eine Nachtwanderung. Vor einigen Jahren wurde aus den gelegentlichen Verabredungen, die einige Ruheständler immer wieder zur gemeinsamen Wanderung oder Radtour trafen, eine regelmäßige Einrichtung. Beim Mittagessen bei so einer Tour, sie führte am 16. Juli 1998 bei scheußlichem Wetter zur Murgmündung, wurde der Gedanke geboren und im "Manifest von Steinmauern" nieder gelegt: Jeweils am zweiten Donnerstag eines Monats machen wir einen Ausflug mit der "Rentnerbänd"! Dessen Ziel wird in den Turnstunden besprochen. Unser Wanderfreund Edgar Weingartner ist ein unerschöplicher Quell an Zielen, die mit der Stadtbahn oder dem Fahrrad zu erreichen sind, aber es beteiligen sich auch alle anderen mit Empfehlungen, so dass wir bisher nie einen Termin auslassen mussten, wenn nicht Naturereignisse, wie unser 125-jähriges Vereinsjubiläum oder der Orkan "Lothar", dazwischen kamen. Die aktiven Skifahrer mit ihren Familien verabreden sich jedes Jahr zu einem (manchmal verlängerten) Skiwochenende irgendwo in den Alpen, das durch Reservierung der Unterkunft und der Fahrgelegenheiten vorbereitet wird. Da wir Montagsturner an keinen Wettkämpfen teilnehmen, können wir auch keine Erfolge melden (damit allerdings auch keine Misserfolge!). |

Wir trauern um Manfred Biersch
† 8. November 2002
| Der TUS Rüppurr trauert um Manfred Biersch Es ist die letzte Turnstunde vor den großen Sommerferien 2002. Manfred verabschiedet sich von jedem einzelnen der 28 Montagsturner, die noch einmal zu dieser Stunde gekommen sind. Wer hätte bei dieser Zeremonie jemals gedacht, dass es für die meisten der letzte Händedruck von unserem Manfred war. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht zu Beginn der Ferienzeit, dass Manfred schwer erkrankt ist. Krebs! Bestrahlung und Chemotherapie mit weiteren Behandlungen werden verordnet. Leider hilft alles nichts. Am 8. November 2002 in den Abendstunden wurde Manfred im Alter von 58 Jahren von seinen zuletzt unsagbaren Schmerzen erlöst! Im vorletzten Kriegsjahr, am 8. Februar 1944, wurde Manfred in Görlitz geboren und kam als kleines Kind mit seiner Mutter nach Mannheim, wo er später seine Schulen absolviert, um dann 1962 an der Uni in Karlsruhe sein Studium für das höhere Lehramt zu beginnen. Sportlehrer war sein Ziel. Schon bald (1973) heiratet Manfred seine Bettina, die ihm zwei Töchter, Andrea und Katja, schenkt. Von Neureut zieht es ihn nach Rüppurr, wo er sich sein eigenes Haus baut, welches unter seinen geschickten Händen ein richtiges Schmuckstück wird. Manfred - das war im TUS Rüppurr ein Paladin, der über Jahrzehnte dem TUS diente und sich im Vorstand seit 1980 als Stellvertretender Vorsitzender große Verdienste für den Verein erwarb. Ganz besondere Meriten erwarb sich Manfred beim Aufbau der Tennisabteilung und seit 1978 bei der Durchführung des späteren Sportbetriebes. Als mehrfacher Vereinsmeister zeigte er, dass auch ein "Senior" noch gut mithalten kann. 1974 übernahm Manfred die Abteilung der "Jedermannsturner". Hieraus entstanden die "Montagsturner" mit dem Ziel, Turnen, Gymnastik und Spiel ohne Leistungsdruck zu betreiben. In diesen fast 30 Jahren gelang es Manfred, diese Abteilung so zu formen und zu leiten, dass dort eine hervorragende Kameradschaft gepflegt wird. Und es gab niemand, der nicht auf seine Art Manfred zu erkennen gab, dass er ihn mochte. Die Lücke, die Manfred im Verein hinterlässt, wird sich für lange Zeit nicht schließen lassen. Der Dank des Vereins für sein fast dreißigjähriges Wirken manifestiert sich darin, dass seine Frau und seine Kinder wissen sollen, dass Manfred in der Chronik des Vereins einen Ehrenplatz einnehmen und von allen Mitgliedern im Gedächtnis als einer der treuesten und tüchtigsten Männer im Ehrenamt gelten wird. Karl Geesing |

Letzte Übungsstunde mit Manfred
am 20. September 2002