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Neben dem Handball entwickelte sich das Faustballspiel als wesentlicher Zweig der Turnspielbewegung. Schon sehr früh hatte auch der Turn- und Sportverein Rüppurr Gefallen an diesem neuen Rasenspiel gefunden. Allerdings wurde Faustball bis nach dem 2. Weltkrieg nur als Ausgleichssport und nicht wettkampfmäßig betrieben. Alfred Coblenz und Gustav Speck ergriffen 1957 die Initiative und gründeten die Faustballabteilung. Sie gehörten auch zu den Spielern, die erstmals mit einer aktiven Mannschaft an den Feldrundenspielen teilnahmen. Die Einführung der Hallenspielrunde ermöglichte der Abteilung die ganzjährige Ausübung der sich zum Wettkampfsport entwickelnden Spielart. Auch unter der Jugend wurde das Interesse am Faustball immer größer. So kam es, daß der anfängliche "Altherrensport" zum begeisternden Spiel für jede Altersstufe wurde.

Höhepunkte der Abteilung stellten die Austragung der Badischen und der Süddeutschen Meisterschaften 1953 und 1973, die Begegnung der Deutschen Nationalmannschaft mit einem spielstarken Gegner des Turnerbundes sowie viele Turniere und Spiele auf Gauebene dar.

Im Jubiläumsjahr 1974 zählte die Faustballabteilung des TUS Rüppurr 25-30 aktive Mitglieder, die an den Feld- und Hallenrundenspielen mit jeweils fünf Mannschaften der verschiedenen Altersklassen teilnahmen.

Die 80er Jahre waren für die Abteilung sehr erfolgreich. Dank der engagierten Jugend- und Trainerarbeit durch Manfred Biersch konnten nicht nur mehrere Herrenmannschaften, sondern auch Schüler- und Jugendmannschaften an den jährlichen Feld- und Hallenrundenspielen teilnehmen.

Mehrfach gelang es den Schüler- und Jugendmannschaften, bei Badischen Meisterschaften Spitzenplätze zu belegen. 1985 erspielte sich die weibliche Jugendmannschaft sogar die Teilnahmeberechtigung an den Süddeutschen Meisterschaften im Feldfaustball. Zahlreiche Turniere fanden in dieser Zeit auf der TUS-Anlage statt, aber selbstverständlich wurde auch an auswärtigen Spielen teilgenommen. Zu den Höhepunkten gehörten die Baden-Württembergischen Schulmeisterschaften und die Süddeutschen Meisterschaften im Feldfaustball für Schüler und Schülerinnen. Ende der 80er Jahre erreichte die Abteilung ihren höchsten Leistungsstand, als sämtliche Mannschaften in der Landesliga spielberechtigt waren.

Bis 1992 hatte der Erfolgskurs der Faustballabteilung angehalten. Aufgrund mangelnder Trainingsmöglichkeiten in der Eichelgartenhalle wanderten viele junge Spieler zum VT Hagsfeld. Stimmen wurden laut, die die Auflösung der Abteilung prophezeiten. So schnell wollte sich Abteilungsleiter Siegbert Kessel nicht geschlagen geben: 1996 übernahm er die gesamte Faustballabteilung der VT, um den Faustballsport in der Region und in Rüppurr zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Mittlerweile gehört die Faustballabteilung im TUS mit zwei Herren- zwei Damenmannschaften zu den größten aktiven Turnspielabteilungen im Verein. An das ursprüngliche Spielniveau auf Verbands- und Bundesligaebene konnte anfänglich noch nicht angeknüpft werden, da man aufgrund hartnäckiger Funktionäre des Turnerbundes auf weit niedrigerem Niveau einsteigen mußte. Doch die beiden Damenmannschaften zeigten bereits 1996/97 mit ihrem 1. und 3. Tabellenplatz in der Verbandsliga und 1998 durch die Qualifikation für die Westdeutschen Meisterschaften, welche Ziele für die Zukunft angestrebt werden.