Noch keine Bewertung

Der Anfang des Turnvereins Rüppurr lag im Turnen. Ihm verdankt der Verein sein Entstehen. Aus dem ursprünglichen reinen Männerturnen entwickelten sich nach der zweiten Neugründung 1924 die Bereiche Frauenturnen, Männerturnen, Jugend- und Schülerturnen. Von nun an beteiligte man sich auf sämtlichen Gau-, Landes- und Deutschen Turnfesten. Die Turnabteilung wurde zunächst von Fritz Eller und Hermann Kritzer, danach lange Jahre von Alfred Coblenz geleitet. Nach 1960 übernahm Oberturnwart Fritz Rau diese Aufgabe. "Durch seine zur Jugend, seine Ausbildung und Erfahrung, aber auch durch seine Aufgeschlossenheit für die Aktiven gelang es ihm, die Aktivität der Turnabteilung noch mehr zu steigern."

Die Entwicklung der letzten Jahre verlief immer mehr zum Breitensport, dem "Sport und Spiel für Jedermann". Besonders die Frauenabteilung hatte einen beachtlichen Zustrom erfahren. Waren es zu Beginn 15-20 Teilnehmerinnen, so zählte man Ende 1973 bereits 80-120 Frauen an zwei Übungsabenden, inzwischen sind es bis zu 300 Turnerinnen. Das Frauenturnen unter der Leitung von Gertrud Auer verfolgte vor allem das Ziel, Freude an der Bewegung zu vermitteln, Verkrampfungen und Hemmungen zu lösen und die Turnerinnen zu guter Form und Haltung zu führen. Daß die männlichen Turner den TUS Rüppurr ursprünglich ins Leben gerufen hatten, war nach dem 2. Weltkrieg kaum noch zu spüren. Erst Mitte der 60er Jahre konnte durch die Einführung der Männergymnastik wieder ein Aufschwung in dieser Sparte vermerkt werden.

Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler war 1974 so hoch wie sonst in keiner anderen Abteilung. Das ist vor allem auch das Verdienst der Übungsleiterin Gudrun Kaun. Turnen gehörte beim TUS Rüppurr schon immer zur Elementarausbildung aller jungen Sportler und diente dem Einstieg in sämtliche weitere Sportarten. Aufgrund des allgemeinen Übungsleiter- und Übungsleiterinnenmangels war es jedoch leider nicht möglich, das Leistungsturnen adäquat zu fördern. Trotzdem konnte man viele schöne Erfolge für den Verein erzielen. Hierzu einige herausragende Plazierungen einzelner Turner- und Turnerinnen:

  • 1936 wurde Georg Weiss für seine hervorragenden turnerischen Leistungen das Deutsche Reichssportabzeichen überreicht.
  • Gustav Speck erlangte 1956 auf dem Kreisturnfest in Rintheim den Kreismeistertitel.
  • Auf dem Deutschen Turnfest 1958 in München belegte Herbert Flemmig den hervorragenden 9. Platz im Geräte-Neunkampf.
  • Die Jugendturnerinnen Ariane Gutenkunst, Thorgart Walther, Ingrid Suhr und Elke Kühn erturnten sich 1959 bei den Mannschafts-Jugendbestenkämpfen des Kreises Karlsruhe den 1. Platz in der C-Klasse.
  • Auf dem Kreisturnfest 1960 in Bretten errang Herbert Flemmig den 1. Sieg im Sechskampf seiner Altersklasse und Volker Roos die Meisterschaft im Zehnkampf der Geräteturner in der Jugendklasse. Auch konnte sich Volker Roos im selben Jahr auf den Jugend-Bestenkämpfe in der Bundesklasse A einen hervorragenden 4. Platz sichern.
  • Das Deutsche Turnfest 1963 in Essen brachte für Herbert Flemmig den größten Erfolg seiner langjährigen Turnerkarriere. Im Geräte-Neunkampf seiner Altersklasse wurde er zweiter Deutscher Meister.
  • Weiter glänzte Volker Roos 1963 bei den Karlsruher Kunstturnmeisterschaften mit einem erfolgreichen 2. Platz. Ein Jahr später konnte der erfolgreiche Turner bei den gleichen Meisterschaften sogar den 1. Sieg erringen.
  • Das Landesturnfest 1964 in Karlsruhe brachte weitere Erfolge für die beiden Turner Flemmig und Roos. Herbert Flemmig belegte im Sechskampf der Altersklasse III den 1. Platz und Volker Roos im Geräte-Sechskampf von 397 Teilnehmern den 3. Rang. Leider ging dem Verein dieses junge Talent verloren, als der Gau-Jugendmeister Volker Roos 1966 aus beruflichen Gründen nach Spanien auswanderte.
  • Karin Koffler konnte 1966 auf den Gauturnmeisterschaften 1. Siegerin werden, wofür sie vom Gau die Gold-Plakette überreicht bekam.
  • Die turnerischen Erfolge Herbert Flemmigs könnten unendlich fortgesetzt werden, zu den wichtigsten Erfolgen neben mehrfachen Gau- und Landessiegen gehören zweifellos seine glänzenden Leistungen auf den Deutschen Turnfesten.

Turnerische Erfolge

Wie schon erwähnt, verdankt auch unser Verein dem Turnen - damals nur Geräteturnen und Freiübungen (heute Gymnastik) - sein Entstehen. Nach dem 2. Weltkrieg hat das Geräteturnen zwar zunehmend an Bedeutung verloren, wird aber immer noch im Verein gepflegt. Der TUS Rüppurr gehört damit zu den ganz wenigen Vereinen in der Region, bei dem diese Sportart noch ausgeübt wird. Daß dies so ist, kann fast ausschließlich als Verdienst von Herbert Flemmig und Michael Janisch angesehen werden, die sich seit über 30 Jahren für das Geräteturnen ehrenamtlich einsetzen.

Beide Turner haben aber auch für den Verein und für sich in den letzten Jahrzehnten herausragende Erfolge erzielt und zum Ansehen des Vereins in der Öffentlichkeit beigetragen.

Neben den bereits ausgeführten Leistungen erzielte Herbert Flemmig noch folgende Ergebnisse: 1. Platz beim Bundesalterstreffen 1967 in Stuttgart im gemischten Siebenkampf, 1. Platz beim Badischen Landesturnfest 1970 in Heidelberg im Wahl-Fünfkampf, 2. Platz beim Bundesalterstreffen 1979 in Aschaffenburg.

Ebenso erfolgreich im gleichen Zeitraum war auch unser Mitglied Michael Janisch, Oberturnwart von 1974 bis 1982. Neben zahlreichen 1. Plätzen in der Leichtathletik und im Geräteturnen auf Kreis- bzw. Gauebene seien noch besonders die herausragenden Plazierungen auf Landes- und Bundesebene erwähnt: 1. Platz beim Badischen Landesturnfest 1970 in Heidelberg im Wahl-Fünfkampf, 3. Platz beim Badischen Landesturnfest 1974 in Offenburg im Leichtathletik-Dreikampf, 1. Platz beim Badischen Landesturnfest 1977 in Weinheim im Wahl-Vierkampf, 3. Platz beim Deutschen Turnfest 1987 in Berlin im Wahl-Vierkampf, 1. Platz beim Badischen Landesturnfest 1997 in Karlsruhe im Wahl-Vierkampf. Die Krönung seiner langjährigen sportlichen Laufbahn sollte aber die Teilnahme am Deutschen Turnfest 1998 in München bringen. Als erstes und bisher einziges Vereinsmitglied seit Bestehen des Vereins konnte Michael Janisch in seiner Altersklasse unter 104 Teilnehmern aus der Bundesrepublik im Wahl-Vierkampf den 1. Platz erringen und damit Turnfestsieger werden.

Die Turnabteilung ist auch heute noch eine der größten Abteilungen. Sie hat in vollem Umfang das Konzept Freizeit- und Fitneßsport mitgetragen und dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren. Trotz der Konzentration im Breitensport sind die Turner- und Turnerinnen des TUS Rüppurr bei allen Gau-, Landes- und Deutschen Turnfesten vertreten. Spitzenleistungen im Wettkampfsport erzielen überwiegend die jugendlichen Geräteturnerinnen.

Kinder- und Jugendturnen

Das Kinderturnen ist mit seiner überdurchschnittlich großen Teilnehmerzahl das Aushängeschild der Abteilung. Besonders großer Beteiligung erfreut sich dabei das Mutter+Vater+Kind-Turnen, das seit 15 Jahren von Margita Volk geleitet wird. Kinderturnstunden beiderlei Geschlechts werden für die Altersklassen 3-4 und 5-6 Jahre angeboten. Danach trennen sich die Turngruppen in Mädchen und Jungen, wobei die Schülerturnerinnen weitaus stärker vertreten sind. Hohe Beteiligung der TUS-Kinder auf den jährlichen Gaukindertreffen und die vielen erzielten ersten Plätze sprechen für den Erfolg dieser Abteilung.

Mehrfach konnten sich die Schüler- und Jugendturnerinnen für die Bezirkswettkämpfe der Turngaue Pforzheim, Bruchsal und Karlsruhe qualifizieren und seit 1991 fast jährlich den begehrten Titel des Bezirksmeisters mit nach Hause nehmen. Auf Landes- und Deutschen Turnfesten zeigten sie neben ihren guten Leistungen im Geräteturnen auch Kreativität in Tänzen und anderen Vorführungen. Zu den jüngsten Erfolgen gehört das hervorragende Abschneiden der Jugendturnnerinnen bei den Badischen Meisterschaften 1996 im Turner-Gruppen-Wettstreit (TGW), auf welchem sie sich die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften sichern konnten. Der Erfolgskurs in dieser Disziplin riß bis heute nicht ab. So wurden die Mädchen 2. Sieger auf dem Badischen Landesturnfest 1997 in Karlsruhe, Badische Vizemeister 1998 und im selben Jahr 3. Deutscher Sieger beim Turnfest in München. Sensationell war der Erfolg der Schülerinnen, die 1998 bei erstmaliger Teilnahme den Badischen Meistertitel im Schüler-Gruppen-Wettstreit errangen. Langjährige Leiterin der so erfolgreichen Mädchen ist Ute Backes-Haag.

Frauenturnen

Gliedert man die Turnabteilung weiter nach Sparten, so ist das Frauenturnen mit über 300 Turnerinnen zahlenmäßig am besten vertreten. Betrieben wird: Gymnastik und Spiel für Jedermann und Fitneßgymnastik. Die Devise der Frauen und allen voran Trudel Auer als langjährige Leiterin der Frauenabteilung lautet: "Den Alltag vergessen, den Sorgen entfliehen, der Gesundheit dienen und einfach fröhlich sein." Auch die Geselligkeit wird in der Gruppe groß geschrieben. Wanderfahrten, Ausflüge, Adventsfeiern und Sportfeste gehören fest ins Programm. Zu den erfolgreichsten Frauen auf Gau- und Landesturnfesten zählen u.a. Trudel Auer, Hanne Bayerl und Christa Döhler. Letztere wurde 1988 auf dem Landesturnfest in Rastatt im Wahldreikampf der Frauen (65-69 Jahre) Turnfestsiegerin.

Neben einer Männergruppe, die zweimal die Woche intensiv trainiert, steht sonst im Männerturnen das Prinzip "Spiel und Sport für Jedermann" im Vordergrund. In den Montagsstunden werden Gymnastik und leichte Geräteübungen seit einigen Jahren begeistert durch das Volleyballspiel ergänzt (Montagsturner).

Daß aber auch unter den männlichen Turnern Spitzenleistungen erbracht wurden, beweisen die zahlreichen Auszeichnungen. Herbert Flemmig und Michael Janisch gingen als mehrfache Gau- und Landessieger ihrer Altersklasse hervor, letzterer sogar als Turnfestsieger in München. Zu den erfolgreichen Turnern sowie Leichtathleten, die besonders bei Gau- und Altersturnfesten vorderste Plätze erzielen konnten, gehören neben Flemmig und Janisch Karl Geesing, Volker Meier und auch der bereits verstorbene Günter Blässing. Herbert Flemmig zählt überdies zu den ältesten und aktivsten Turnern in Deutschland. Karl Geesing wurde bei den Meisterschaften des BLV 1983 Kreismeister im Weitsprung und Vizemeister im LA-Dreikampf. Beim Deutschen Turnfest in Berlin 1987 erreichte er unter 498 Teilnehmern den 38. Platz.

Seniorengymnastik

Im Jahre 1985 hieß es zum ersten Mal: "Neu im TUS - Seniorengymnastik. Spezielle Gelenk- und Atemgymnastik für Ältere ohne Belastung des Herz- und Kreislaufsystems. Fachkundige Leitung. Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen." Zuerst waren es gerade 5 Frauen und 3 Männer. die sich im Gymnastikraum einfanden. Die Betreuung der Senioren hat zuerst Michael Greß übernommen. Seit 1991 leitet Inge Krieger die Übungsstunden in der Turnhalle der Riedschule. Inzwischen ist die Gruppe auf 30 Teilnehmer und -innen angewachsen und hat eine Altersspanne von 54 bis 90 Jahre. Die Gymnastik ist seniorengerecht und beinhaltet neben rhythmischem Gehen zum Erwärmen der Muskulatur auch Bewegungsübungen; von den Fingerspitzen bis zu den Zehen wird der ganze Körper durchbewegt.

Seit 1985 treffen sich die Senioren regelmäßig jeden zweiten Donnerstag im Monat zum Stammtisch im Vereinsheim Im Mai 1986 wurde zum ersten Mal ein Ausflug nach Lemberg im Elsaß durchgeführt. Seit dieser Zeit findet jedes Jahr im Mai ein Frühlings- und im Oktober ein Herbstausflug statt.