Auch in diesem Jahr war Erik Döhler vom TUS Rüppurr wieder als Mitglied des deutschen Orientierungslauf-Nationalkaders am Start und konnte sich für vier internationale Wettkampfeinsätze qualifizieren: die Sprint-Europameisterschaften und das Euromeeting in der Schweiz sowie die Weltcupläufe in Schweden und in Italien. Durch konstant gute Läufe bei allen Wettbewerben, sowohl über die Mittel- als auch über die Langdistanz, konnte sich Erik in der Weltrangliste um 56 Plätze verbessern und mit Platz 188 auf eine für deutsche Verhältnisse sehr gute Weltranglistenposition vorrücken. Bei der Weltcupstrecke über die Langdistanz in Italien war beispielsweise eine Strecke von 19,1 km Luftlinie mit 31 Kontrollposten und 850 Höhenmetern zu bewältigen. Bei einer Laufzeit von 2:09:09 Stunden erreichte Erik dabei Platz 53 von 105 Startern, ein aus deutscher Sicht achtbares Ergebnis in einem Teilnehmerfeld, in dem vor allem die Läufer aus Skandinavien und der Schweiz unter professionellen Bedingungen trainieren.


Nach fast zweijähriger coronabedingter Zwangspause fanden im September und Oktober 2021 auch auf Bundesebene endlich wieder Orientierungslauf-Wettkämpfe statt. Am ersten Septemberwochenende organisierte der MTV Seesen am Westrand des Harzes für fast 700 Läufer aus ganz Deutschland ein Orientierungslaufwochenende mit den Deutschen Meisterschaften über die Mitteldistanz in Wildemann als Höhepunkt. Ein gut funktionierendes Hygienekonzept mit einer Teststation für Nicht-Geimpfte oder -Genesene sorgte für eine fast normale Wettkampfatmosphäre. Die meisten Strecken der Deutschen Meisterschaften führten die Teilnehmer gleich nach dem Start in einen steilen Hang, der mit seinen Felsen, Karstlöchern und Bergbaurelikten den Läufern orientierungstechnisch alles abverlangte. Nach einem konditionell fordernden Mittelstück durch überwiegend noch intakten Fichtenwald mit teilweise kräftezehrendem Unterbewuchs wurde noch einmal Feinorientierung in dem vom früheren Bergbau geprägten Terrain gefordert. Das beste Ergebnis der acht gestarteten TUS-Orientierungsläufer erreichte Bernd Döhler mit dem Vizemeistertitel in der Altersklasse H65.


Die Freude in der Orientierungslaufgemeinschaft war groß, als Mitte Juli der SV Wannweil zum ersten Wettkampf der Saison eingeladen hatte. Wohlweißlich war man bei der Jahresterminplanung 2021 von einem späten Saisonstart ausgegangen und alle Landesranglistenläufe waren erst ab Juli terminiert worden. Doch angesichts anhaltender Planungsunsicherheit infolge nur langsam zurückgehender Inzidenzwerte sagten drei von vier Ausrichtern ihre Veranstaltungen vor den Sommerferien ab. Umso mehr freute man sich, dass nun die Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Mitteldistanz mit rund 100 Teilnehmern stattfinden konnten.


Trotz Corona konnten die TUS-Orientierungsläufer auch im Jahr 2020 zahlreiche Medaillen bei Meisterschaften gewinnen und vordere Plätze in den Ranglisten erreichen. Erik Döhler wurde erneut in den Bundskader der Elite aufgenommen. In der folgenden Übersicht sind die Platzierungen auf Bundes- (Top 6) oder Landesebene (Top 3) detailliert aufgeführt.


Wie war die Situation in Deutschland?

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Sportbetrieb hatten auch den Orientierungslauf nicht verschont, obwohl unsere Sportart selbst in Corona-Zeiten gut betrieben werden kann: Jeder startet einzeln, die Postennachweise und die Zeitmessung erfolgen kontaktlos elektronisch und es wird, da ein Natursport, immer im Freien gelaufen. Orientierungslauf ist allerdings eine Randsportart und zu unbedeutend, um für sich Sonderregelungen in Anspruch nehmen zu können. So wurden – ebenso wie beim Turnen – alle Deutschen Meisterschaften und Bundesveranstaltungen für dieses Jahr abgesagt. Im Sommer waren zumindest auf Landesebene wieder regionale Wettkampfveranstaltungen unter strengen Hygieneauflagen möglich.