Im Jahr 2026 konnten die Orientierungsläufer des TUS Rüppurr bei drei Deutschen Meisterschaften insgesamt sechs Medaillen sowie weitere Top-Platzierungen erreichen. Besonders hervorzuheben ist der erste Deutsche Meistertitel von Emil Prolingheuer, den er in der Jugendklasse über die klassische Langdistanz errang.

Sprint in Bad Harzburg

Am langen Pfingstwochenende fanden in Bad Harzburg und Umgebung die Deutschen Meisterschaften im Sprint-Orientierungslauf statt. Auf dem Programm standen die Einzelsprint-Meisterschaften, der Knockout-Sprint sowie die Mixed-Sprintstaffel. Die Orientierungsläufer des TUS Rüppurr überzeugten dabei mit starken Leistungen und mehreren Medaillen.

Bronze und Silber für Marika Prolingheuer

Ungewoehnlicher PostenstandortIm Einzelsprint durch die engen Gassen der historischen Altstadt von Osterwieck sicherte sich Marika Prolingheuer in der Altersklasse D18 die Bronzemedaille. Auch ihr Bruder Emil Prolingheuer durfte sich freuen: Er belegte in der H16 ebenfalls den dritten Platz und gewann Bronze.

Am Nachmittag ging es beim Knockout-Sprint in Bündheim in direkten Ausscheidungsrennen um die nächsten Medaillen. Beide Nachwuchsläufer hatten sich für das Halbfinale qualifiziert. Während Emil gegen die teilweise deutlich älteren Konkurrenten ausschied, erreichte Marika das Finale. Dort bewies sie erneut ihr Können und erkämpfte sich die Silbermedaille.

Junges TUS-Team bei der Mixed-Sprintstaffel

DM Sprintstaffel MarikaAm Pfingstmontag bildete die Mixed-Sprintstaffel den Abschluss des Meisterschaftswochenendes. Für den TUS gingen Marika und Emil Prolingheuer sowie Simon Weber an den Start. Marika brachte die Staffel als Startläuferin in eine gute Ausgangsposition und übergab auf Rang drei. Emil zeigte auf seiner Strecke ebenfalls eine starke Leistung und verlor lediglich drei Plätze. Das junge TUS-Team, dessen Mitglieder im Durchschnitt erst 17 Jahre alt waren, erreichte schließlich einen respektablen 10. Platz in der Hauptklasse.

Mit zweimal Bronze im Einzelsprint, Silber im Knockout-Sprint und einem guten zehnten Rang in der Staffel war das Meisterschaftswochenende für den TUS Rüppurr ein schöner Erfolg.

Mitteldistanz in Kassel

Der Habichtswald bei Kassel war Austragungsort der ersten Deutschen Meisterschaft des Jahres 2026. Über 700 Teilnehmer hatten zu den Titelkämpfen über die Mitteldistanz gemeldet, und auch vom TUS machten sich zehn Orientierungsläufer auf den Weg nach Nordhessen. Rund um den Brasselsberg und die Bilsteinklippen erwarteten die Wettkämpfer steile Hänge mit einigen Felsen, unübersichtlicher Vegetation und schwierigem Geläuf.

In den Jugendklassen starteten die Geschwister Marika (D18) und Emil Prolingheuer (H16) jeweils mit Medaillenambitionen. Beide Markus Prolingheuer auf dem Weg zur Silbermedaille (Foto: L. Kollenbach)handelten sich jedoch auf ihren Strecken mehrere Zeitverluste ein, sodass am Ende jeweils der undankbare vierte Platz heraussprang. Besser als erwartet lief es hingegen für Julian Stämmler. Bei seinem Meisterschaftsdebüt in der H14 bewältigte er die Strecke ohne größere Fehler und erreichte den achten Rang. Bei den jüngsten Mädchen der D10 konnte zudem Elinor Schönebeck einen zweiten Platz erzielen. Auch wenn in dieser Kategorie noch keine Meisterschaftswertung erfolgt, ist dies ein schöner Achtungserfolg für unsere jüngste Starterin.

Ganz ohne Edelmetall musste der TUS dennoch nicht nach Hause fahren: In den Altersklassen konnte Luise Kärger einmal mehr ihre langjährige Erfahrung ausspielen und sich die Bronzemedaille in der D45 sichern. Einen Rang besser platzierte sich Markus Prolingheuer, der in der H50 die Silbermedaille erlief.

Am Tag darauf folgte rund um das Parkstadion in Baunatal noch ein Sprint-Orientierungslauf mit Wertung zur Bundesrangliste. Hier trumpften Marika (1. Platz in D18) und Emil (3. Platz in H16) im urbanen Gelände nochmals auf und zeigten, dass ihre Ambitionen grundsätzlich nicht unberechtigt waren. Auch Julian konnte seine Vortagesplatzierung mit Rang fünf in der H14 nochmals verbessern, während Luise erneut Platz drei in der D45 belegte. Alles in allem eine sehr zufriedenstellende Bilanz.

Langdistanz in Altenberg

Deutsche Meister in der H16 Emil Prolingheuer (Foto: S. König)Zum Höhepunkt der Herbstsaison ging es für die Orientierungsläufer Anfang Oktober noch einmal nach Sachsen. Im Osterzgebirge, unweit von Altenberg, fand die Deutsche Meisterschaft über die Langdistanz statt. Vom TUS waren aufgrund der weiten Entfernung und der Termindichte im Herbst nur zwei Jugendliche am Start: Emil Prolingheuer (H16) wollte einmal mehr einen Platz in den Medaillenrängen erzielen, während es für Simon Weber in der H18 um eine Top-10-Platzierung ging.

Die Teilnehmer erwartete ein grob strukturierter Mittelgebirgswald mit tiefen Taleinschnitten und flacheren Bergrücken. Diese Geländecharakteristika wusste die Bahnlegung gut zu nutzen und zu anspruchsvollen Bahnen zu kombinieren: Kürzere Kompasspassagen auf den Plateaus und im flachen Hang wechselten sich mit mehr oder weniger langen Routenwahlen ab. Höhenmeter durfte man dabei nicht scheuen.

Emil startete schnell, wählte im Anfangsteil gute Routen und blieb auf der langen Postenverbindung nah an der Luftlinie. Nach knapp zwei Dritteln der Strecke hatte er die beiden vor ihm gestarteten Läufer eingeholt und konnte fortan vom Sichtkontakt mit der Konkurrenz profitieren. Trotz schwindender Kräfte konnte er einen Zeitvorsprung von knapp zwei Minuten bis ins Ziel retten und wurde damit erstmals Deutscher Meister.

Simon hatte in der H18 einen nicht ganz so guten Lauf, wich anfangs immer wieder etwas von der Idealroute ab und musste auf den langen Hang- und Talquerungen auch physisch Tribut zollen. Mit Platz zehn auf dieser anspruchsvollen Strecke konnte er sich am Ende dennoch gut behaupten.